Digital Responsibility Award 2026: BVDW zeichnet drei Projekte aus
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat die Gewinner des Digital Responsibility Awards 2026 ausgezeichnet. Prämiert wurden drei Projekte aus dem DACH-Raum, die digitale Verantwortung in der Praxis sichtbar machen. Die Gewinner erhielten ihre Auszeichnung am 25. Februar 2026 im Rahmen einer Fachkonferenz mit anschließender feierlicher Preisverleihung in Berlin.
Die Gewinner:
- FLOAT: Ein Mixed-Reality-Spiel als Brücke zur Prothetik von der Hochschule Neu-Ulm – Team Mouseworks:
FLOAT nutzt Mixed Reality, um Prothesenforschung weltweit zugänglich zu machen. Das Spiel und das Armband sind kostenfrei und Open Source für alle Forschenden verfügbar. So werden digitale Technologien eingesetzt, um Hürden beim Training KI-gesteuerter Prothesen zu überwinden und gesellschaftlichen Nutzen direkt messbar zu machen.
- Pflege-Engagement digital ermöglichen: Die Qualifizierung der BARMER für die Nachbarschaftshilfe von BARMER:
Das Projekt bietet einen flexiblen Onlinekurs für Nachbarschaftshelfende an, der in mehreren Bundesländern anerkannt ist. Teilnehmende erhalten eine praxisnahe Qualifizierung für die Betreuung pflegebedürftiger Menschen und ein Zertifikat, das die Registrierung als Nachbarschaftshelfende ermöglicht. So verbindet das Projekt digitale Bildung mit niederschwelliger Teilhabe und entlastet Pflegealltag und Communities.
- VerantwortungsWerkstatt – Schritt für Schritt zu digitaler Verantwortung in Unternehmen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) in Zusammenarbeit mit Bergzeit, Outbank & ifok:
Die VerantwortungsWerkstatt begleitet Unternehmen systematisch auf dem Weg zu digitaler Verantwortung. In sechs strukturierten Schritten lernen Organisationen, wie sie CDR nachhaltig im Alltag verankern und digitale Prozesse verantwortungsvoll gestalten. Das Angebot ist besonders für KMU attraktiv, da es praxisnah Wissen vermittelt, individuelle Maßnahmen entwickelt und die eigenständige Umsetzung von Corporate Digital Responsibility (CDR) ermöglicht.
„Die Gewinner-Projekte zeigen: Digitale Verantwortung beginnt dort, wo digitale Lösungen Menschen befähigen – in Gesundheit, im Miteinander und in Unternehmen“, sagt Prof. Dr. Benjamin Müller, Jurypräsident des Digital Responsibility Awards. „So wird digitale Verantwortung vom abstrakten Konzept zum wirkungsvollen Werkzeug, das Hürden abbaut und Handlungsfähigkeit schafft.“
Fachkonferenz übersetzt Theorie in Praxis
Die begleitende Fachkonferenz am Nachmittag der Preisverleihung bot Raum für Austausch, Diskussion und neue Perspektiven rund um digitale Verantwortung. In der Keynote zeigte Melissa Kühn (Otto Group) auf, warum Digital Responsibility inzwischen eine Überlebensfrage für Unternehmen ist und welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt. Im anschließenden Panel diskutierten Teresa Staiger (Bertelsmann Stiftung), Sven Kleibrink (iq digital) und Annett Farnetani (mindscreen) unter der Moderation von Nikolaus Röttger, wie Organisationen digitale Verantwortung praktisch umsetzen und welche Herausforderungen KI-bedingt entstehen. In drei parallellaufenden Workshops konnten die Teilnehmenden vertieft erarbeiten, wie digitale Innovation, Ethik und gesellschaftliche Verantwortung zusammengeführt werden können. Besonderes Augenmerk lag dabei auf praxisnahen Strategien für Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, um Verantwortung im digitalen Alltag nachhaltig zu verankern.
Juryarbeit: intensive Diskussion und vielfältige Perspektiven
Die Auswahl der Gewinner erfolgte durch eine Expert*innen-Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Nachdem die Juror*innen die Einreichungen durchgearbeitet hatten, wurden in einer gemeinsamen Sitzung die Projekte intensiv diskutiert. Aus den eingereichten Projekten kristallisierten sich dabei die drei Gewinnerprojekte heraus.
„Digitale Verantwortung entsteht nicht durch Absicht, sondern durch Umsetzung“, sagt Dr. Moritz Holzgraefe, BVDW-Vizepräsident. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass es möglich ist, Innovation, Vertrauen und gesellschaftlichen Mehrwert zusammenzubringen. Genau diese Initiativen wollen wir mit dem Digital Responsibility Award sichtbar machen.“
Über den Digital Responsibility Award
Der Digital Responsibility Award wird 2026 bereits zum vierten Mal verliehen. Er zeichnet Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und öffentliche Einrichtungen aus, die über gesetzliche Anforderungen hinaus Verantwortung im digitalen Raum übernehmen. Ziel ist es, Engagement sichtbar zu machen, Vorbilder zu stärken und konkrete Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft zu setzen.
Mehr zu den Gewinner-Projekten
Bildergalerie Fachkonferenz & Preisverleihung
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Porträt Dr. Moritz Holzgraefe (Bildrechte: Anne Hufnagl)
Porträt Prof. Dr. Benjamin Müller (Bildrechte: Universität Bremen)
