BVDW schafft Orientierung für datenschutzkonformen Einsatz von Data Clean Rooms
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. analysiert in einem neuen Whitepaper Data Clean Rooms im programmatischen Werbeökosystem. Entlang verschiedener Use Cases vertiefen die Autor*innen die datenschutzrechtlichen Anforderungen. Darüber hinaus schlüsseln sie die Rollenverteilung auf und geben praxisnahe Handlungsempfehlungen. Damit liefert der BVDW Unternehmen eine Orientierungshilfe, um DCR-Strategien im Programmatic Advertising datenschutzkonform umzusetzen.
Technologie allein garantiert noch keine DSGVO-Konformität
Der Begriff Data Clean Rooms bezeichnet neutrale Plattformen für die kollaborative Verarbeitung unterschiedlicher Datenquellen. In solchen geschützten, digitalen Räumen können zwei oder mehrere Parteien Daten in einem definierten Umfang und Zeitraum absolut datenschutzkonform verarbeiten. Das eröffnet ihnen neue Möglichkeiten in der Zielgruppenansprache und Kampagnensteuerung.
Das Paper verdeutlicht anhand verschiedener Einsatzszenarien, wie sich die datenschutzrechtlichen Anforderungen verändern. Ausschlaggebend für eine DSGVO-Konformität sind die Rollen beteiligter Akteure, Datenflüsse sowie Verarbeitungszwecke.
Verantwortlichkeiten hängen vom Use Case ab
An fünf typischen Use Cases im Programmatic Advertising verdeutlichen die Autor*innen, dass Data Clean Rooms unterschiedliche Zwecke erfüllen können: von der Potenzialanalyse und Audience Insights bis hin zu Activation-Szenarien wie Retargeting und Lookalike Audiences.
Entsprechend verändern sich auch die Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und Zusammenarbeit. Insbesondere, wenn mehrere Unternehmen über Zweck und Mittel der Datenverarbeitung entscheiden, können gemeinsame rechtliche Pflichten entstehen. Dazu zeigt das Paper auf, in welchem Rahmen Unternehmen eigenständig verantwortlich handeln, welche Rolle Plattformanbieter übernehmen und ab wann gemeinsame Verantwortlichkeiten im Sinne der DSGVO bestehen.
Handlungsempfehlungen
Neben der rechtlichen Einordnung formuliert das Whitepaper Handlungsempfehlungen für die Nutzung von Data Clean Rooms. Unternehmen sollten Verarbeitungszwecke definieren, Rechtsgrundlagen prüfen und die Zuständigkeiten aller Beteiligten festlegen. So lassen sich regulatorische Risiken schon vor dem eigentlichen Projektstart minimieren. Zudem empfehlen die Autor*innen, Datenflüsse transparent zu dokumentieren, und Datenschutzanforderungen konsequent in technische sowie organisatorische Prozesse zu integrieren.
„Erfolgreiche Data-Clean-Room-Projekte entstehen dort, wo Datenschutz von Beginn an mitgedacht wird. Wer rechtliche Anforderungen frühzeitig in die Konzeption integriert und alle Beteiligten entlang eines gemeinsamen Verständnisses zusammenbringt, schafft die Grundlage für nachhaltige und vertrauensvolle Datenkooperationen“, sagt Sven Wegholz (Publicis Media Germany), Lableiter Data Clean Rooms der Working Group Programmatic Advertising Ecosystem im BVDW.
Standardisierung zukünftig erfolgsentscheidend
Damit DCR ihr volles Potenzial als zentrale Infrastruktur für Compliance-gerechte Datenkooperationen entfalten können, braucht es vor allem eines: Standardisierung. Dies betrifft sowohl die technischen Aspekte wie die Schnittstellen für einen sicheren ID-Abgleich, als auch einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen.
