Datenschutz unter den Top 3 Auswahlkriterien für digitale Angebote — Acht Jahre DSGVO

Pressemitteilung, 22.05.2026

Zum Jahrestag der DSGVO am 25. Mai 2026 blickt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Datenschutz in Deutschland. Der Verband betont dabei die Bedeutung von Regulierung, die die Realität von Nutzenden und Unternehmen berücksichtigt.

BVDV-Befragungen zeigen ambivalentes Verhältnis

Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des BVDW ergab, dass Datenschutz für Verbraucher*innen zu den drei wichtigsten Faktoren bei der Auswahl digitaler Angebote zählt. Für ein Drittel (36 Prozent) der Befragten ist dieses Kriterium ausschlaggebend, direkt nach der Qualität des Angebots (42 Prozent) sowie dem Preis (47 Prozent).

Obwohl Datenschutz demnach als relevant angesehen wird, herrscht eine eher restriktive Wahrnehmung ihm gegenüber innerhalb der Gesellschaft. Dazu hatte der Verband bereits Anfang des Jahres in einer anderen Civey-Befragung festgestellt, dass knapp die Hälfte der Verbraucher*innen (47 Prozent) Datenschutz mit Bürokratie verbindet. Weniger als ein Fünftel (17 Prozent) assoziieren den Begriff mit Vertrauen. Innovation, Chancen oder Fortschritt spielen kaum eine Rolle.

Für den BVDW unterstreichen die Ergebnisse den grundlegenden Bedarf nach Vereinfachung. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Digital Omnibus. Dieser war 2025 mit dem Ziel gestartet, regulatorische Vorgaben zu simplifizieren. Aus Sicht des BVDW drohen in der praktischen Umsetzung jedoch zusätzliche Komplexität, neue Anforderungen für datengetriebene Geschäftsmodelle und wachsende Rechtsunsicherheit.

„Regulierung muss Vertrauen schaffen, Innovation ermöglichen und praktikabel sein. Statt eines Flickenteppichs braucht die Digitale Wirtschaft einheitliche und klar strukturierte Rahmenbedingungen. Nur so bleiben digitale Geschäftsmodelle handlungsfähig“, sagt BVDW-Präsident Dirk Freytag.

Jeder Fünfte sieht Daten als angemessene Währung

Aus den aktuellen Civey-Zahlen geht auch hervor, dass bereits ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten in ihren Daten eine angemessene Gegenleistung für digitale Angebote sieht. Gleichzeitig sind 75 Prozent der Menschen grundsätzlich dazu bereit, ihre persönlichen Daten zu teilen – vorausgesetzt, sie erkennen einen Mehrwert und werden transparent über die Verwendung aufgeklärt. Das ergab eine Studie zum Thema Personalisierung, die der BVDW gemeinsam mit Kantar Media Ende letzten Jahres veröffentlichte.

Damit wird Datennutzung ein zentraler Faktor für die Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Sie unterstützt Unternehmen der Digitalen Wirtschaft dabei, ihre Angebote nutzerorientiert weiterzuentwickeln und langfristig zu refinanzieren. Die Ergebnisse zeigen, dass eine wichtige Voraussetzung dafür ein nachvollziehbarer und verantwortungsbewusster Umgang mit Daten ist.

Praxistauglicher Datenschutz in Europa

Die DSGVO hat die Digitale Wirtschaft als regulatorischer Rahmen in Europa maßgeblich geprägt. Mit zunehmender Komplexität digitaler Geschäftsmodelle wächst aus Sicht des BVDW jedoch der Bedarf an praxistauglichen Datenschutzlösungen und größerer Rechtssicherheit. Für den Verband bleibt dabei entscheidend, Transparenz und Kontrolle über personenbezogene Daten für Nutzer*innen verständlich und alltagstauglich zu gestalten. So können Vertrauen in digitale Angebote sowie datengetriebene Wertschöpfung langfristig gestärkt werden.

Kontakt

Timo Weigl
Geschäftsleiter Politik & Kommunikation
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