BVDW fordert vom EDSA praxistauglichen Maßstab bei Anonymisierung
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat sich an der Konsultation des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA) zu dessen neuen Leitlinien 02/2026 zur Anonymisierung beteiligt. Der BVDW begrüßt den Ansatz des EDSA, sieht bei der konkreten Ausgestaltung allerdings Verbesserungsbedarf.
Die geplanten Leitlinien schaffen einen europäischen Maßstab für die Abgrenzung zwischen personenbezogenen und anonymen Daten. Für Unternehmen der Digitalen Wirtschaft ist das von großer Bedeutung: Wirksam anonymisierte Daten fallen nicht mehr unter die DSGVO und können so beispielsweise für Statistik, Produktverbesserung oder Forschung leichter genutzt werden.
Der BVDW begrüßt, dass der EDSA bei der Frage, ob Daten anonym sind, auf die konkreten Umstände schaut. Entscheidend soll sein, ob die Stelle, der die Daten vorliegen, tatsächlich die Möglichkeit hat, eine Person zu identifizieren. Damit folgt der EDSA einem Ansatz, der auch der Rechtsprechung des EUGH entspricht. Aus Sicht des BVDW ist das die richtige Grundlage für einen praxistauglichen Umgang mit anonymisierten Daten.
Nachbesserungsbedarf besteht aus Sicht des Verbands bei der konkreten Ausgestaltung. Theoretische Möglichkeiten, eine Person wiederzuerkennen, dürfen Anonymisierung in der Praxis nicht unnötig erschweren. Entscheidend sollte vielmehr sein, ob eine Identifizierung tatsächlich möglich ist, etwa mit verfügbaren Zusatzinformationen und vertretbarem Aufwand. Auch technische, organisatorische und vertragliche Schutzmaßnahmen sollten dabei angemessen berücksichtigt werden.
Darüber hinaus fordert der BVDW mehr Rechtssicherheit für wirksam anonymisierte Daten. Unternehmen, die Datenschutzrisiken durch Anonymisierung reduzieren, müssen diese Daten anschließend verlässlich für weitere Zwecke nutzen können. Richtig ausgestaltet können die Leitlinien Investitionen in wirksame Anonymisierung fördern und neue Möglichkeiten für eine verantwortungsvolle Datennutzung schaffen. So können Datenschutz, Datennutzung und Innovation gemeinsam gestärkt werden.
