Online-Audio als Massenmedium fest etabliert — Auffindbarkeit wird wichtiger Erfolgsfaktor
Der Online-Audio-Monitor 2026 zeigt, wie Menschen Online-Audio-Angebote nutzen, was die einzelnen Angebote besonders macht – und wie sich der Wettbewerb um Sichtbarkeit und Zugang verschärft.
Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM): „Online-Audio gehört für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag – zu Hause, unterwegs und besonders im Auto. Dort ist Radio nach wie vor stark, doch im digitalen Cockpit entscheidet zunehmend die Auffindbarkeit darüber, was gehört wird. Deshalb müssen Radioangebote auf digitalen Oberflächen, in Apps und auf Plattformen sichtbar und leicht zugänglich sein. Das gilt besonders für lokale, regionale und journalistische Angebote – denn Auffindbarkeit ist auch eine Frage der Medienvielfalt.“
Online-Audio als Massenmedium etabliert
Nach den starken Zuwächsen der vergangenen Jahre konsolidiert sich die Online-Audio-Nutzung auf sehr hohem Niveau. Drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren – und damit rund 53 Millionen Menschen – hören zumindest gelegentlich Online-Audio. Bei vielen gehört Online-Audio längst zur Routine: 44 % – und damit fast 32 Millionen Menschen – hören täglich oder fast täglich. Vor allem Webradio und Musikstreaming sind dabei ständige Begleiter im Alltag.
Das zeigt sich auch beim Blick auf die Formate insgesamt: Musikstreaming ist weiterhin das reichweitenstärkste Format (66 %), gefolgt von Webradio (54 %), Podcasts (34 %) sowie Hörbüchern/Hörspielen (25 %). Musikstreaming und Podcasts halten ihr Niveau im Vergleich zum Vorjahr, Webradio sowie Hörbücher und Hörspiele geben leicht nach. Webradio bleibt zugleich stark durch die Nutzung von Simulcast geprägt: Acht von zehn Webradio-Hörenden nutzen Sender, die auch über UKW oder DAB+ verbreitet werden; mehr als die Hälfte hört ausschließlich solche Programme.
Warum Online-Audio immer dabei ist
Online-Audio passt in viele Momente des Alltags, ob beim Arbeiten, beim im Netz surfen, beim Gaming oder unterwegs. Am häufigsten läuft es im Auto und bei der Hausarbeit – das gaben jeweils rund sechs von zehn regelmäßigen Online-Audio-Hörenden an. Jüngere lassen sich häufiger nebenbei begleiten, Ältere hören häufiger ohne Nebenbeschäftigung.
In solchen Momenten punktet Online-Audio vor allem mit Unterhaltung, einfachem Zugriff und Hören ohne Hinschauen. Musikstreaming überzeugt zusätzlich mit gezielter Auswahl und vermittelt am häufigsten ein gutes Gefühl. Webradio steht für schnellen, spontanen Zugriff und liefert zuverlässig Informationen. Podcasts überzeugen mit Hintergrundwissen und gezielter Themenwahl.
Im Auto bleibt Radio klare Nummer eins
30 Millionen Menschen hören Online-Audio im Auto; 84 % davon auch Radio. Klassisches Radio über UKW/DAB+ erreicht 74 %, vor Musikstreaming (70 %) und Webradio (60 %). Der Blick auf die Zugangswege für Radio im Auto zeigt zusätzlich: Besonders präsent ist Radio im fest eingebauten Radio- und Infotainmentsystem. 95 % der Nutzerinnen und Nutzer finden den Radiobereich dort leicht. Bei Apple CarPlay und Android Auto muss Radio dagegen stärker mit dem Zugang zu Musikstreaming und Podcasts konkurrieren.
Stefan Mölling, CEO bei RMS. Der Audiovermarkter: „Der Online-Audio-Monitor zeigt: Digital Audio ist kein Zusatzkanal mehr, sondern fester Bestandteil des Medienalltags. Für Marken entsteht die eigentliche Stärke im Zusammenspiel aus Reichweite, Nutzungssituation, vertrauenswürdigen Umfeldern und unterschiedlichen Audio-Inventaren – von Radio und Simulcast über Streaming bis Podcast. Gerade diese Vielfalt macht Digital Audio zu einem wirkungsstarken Kanal im digitalen Marketing: Botschaften können kontextbezogen, aufmerksamkeitsstark und entlang konkreter Nutzungsmotive platziert werden.“
Weitere Informationen finden Sie unter www.online-audio-monitor.de
