Neuer OVK-Leitfaden zeigt: So werden Inhalte KI-fähig
Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. zeigt in einem neuen Leitfaden, wie sich digitale Inhalte so aufbereiten lassen, damit sie von KI-Systemen erfasst, verstanden und sichtbar gemacht werden können. Dazu gibt der OVK Content-Verantwortlichen praxisnahe Handlungsempfehlungen und erklärt, wie sie die Sichtbarkeit in KI-Antworten messen und bewerten können.
Eine neue Form von Sichtbarkeit
Durch KI-gestützte Systeme verändern sich das digitales Suchverhalten sowie die Mediennutzung grundlegend. Menschen lassen sich Inhalte immer häufiger von Systemen kuratieren und einordnen, statt sie ausschließlich über klassische Suchabfragen und Webseiten zu finden.
„Mediennutzung entsteht zukünftig nicht mehr allein durch Traffic auf der Webseite selbst, sondern auch die Verfügbarkeit und Aufbereitung von Inhalten für KI-Systeme. Dafür muss klar sein, welche Inhalte wem zur Verfügung gestellt werden, wie sie genutzt werden und wie die Nutzung zur Monetarisierung beim Publisher beiträgt“, erklärt Alwin Viereck, Leiter des Labs AdTech & Programmatic des OVK im BVDW. „Unser Leitfaden zeigt, welche Stellschrauben Content-Verantwortliche berücksichtigen sollten, damit Inhalte Menschen erreichen und Publisher auch weiterhin davon profitieren können.“
In seinem Paper unterstreicht der OVK dabei, dass klassisches SEO um neue Anforderungen ergänzt wird: Mit Generative Engine Optimization (GEO) und Answer Engine Optimization (AEO) rücken semantische Klarheit, inhaltliche Autorität und Maschinenlesbarkeit digitaler Inhalte ins Zentrum.
Auch die Rolle von Content innerhalb digitaler Ökosysteme verändert sich: KI-Systeme nutzen Inhalte sowohl beim Training als auch bei laufender Websuche. Der Leitfaden des OVK unterscheidet deshalb zwischen langfristiger Verankerung von Wissen in KI-Modellen und der kurzfristigen Auffindbarkeit von Quellen in konkreten Antwortsituationen.
Gute Inhalte alleine reichen nicht aus
Für die Content-Strategie bedeutet das: Unternehmen und Medienhäuser sollten Inhalte so aufbereiten, dass KI-Systeme Aussagen, Daten und Zusammenhänge zuverlässig erkennen und einordnen können. Dafür bündelt das Paper Best Practices für Content-Verantwortliche, Marketer und technische Verantwortliche.
Auf inhaltlicher Ebene empfehlen die Autor*innen unter anderem eine klare „Answer-first“-Struktur. Neben verständlicher Sprache braucht es ebenfalls eine gut nachvollziehbare Verbindung von Aussagen und Quellen. Fachliche Expertise, der Einsatz von Primärquellen und eigene Daten stärken die Autorität und Zitierfähigkeit von Inhalten zusätzlich. Auch die Präsenz auf Drittplattformen gewinnt weiter an Bedeutung, da KI nicht ausschließlich auf Webseiten von Unternehmen und Medienhäusern zurückgreift.
Damit KI-Systemen Inhalte auch technisch zuverlässig verarbeiten können, rückt neben der Qualität des Contents auch die technische Aufbereitung in den Fokus. Semantisches HTML, klare Inhalts- sowie Überschriftenstrukturen und strukturierte Daten schaffen die Voraussetzungen dafür, dass digitale Inhalte maschinell optimal genutzt werden können.
Keine Content-Silos mehr
Der Blick nach vorne zeigt, dass Content künftig stärker über unterschiedliche KI-Interfaces hinweg funktionieren muss – von AI Overviews und Chat-Interfaces bis zu Voice-Ausgaben und KI-Agenten. Dafür braucht es Inhalte, die je nach Nutzungssituation unterschiedlich ausgespielt werden können. Die Autor*innen betonen, dass es dabei wichtig wird, Inhalte ganzheitlich zu denken. Quellen, Aktualität und Nutzungsrechte sollten klar erkennbar sein. Auch Text, Bild, Audio und Video werden stärker zusammenspielen.
