Nachfrage nach digitaler Werbung boomt – Künstliche Intelligenz verschiebt den Fokus — Trendmonitor der Mediaagenturen 2026
Digitale Werbung erreicht 2026 ein neues Nachfrage-Hoch. Video bleibt auch in diesem Jahr weiter der bedeutendste Kanal. Mit zunehmendem Einsatz von Künstlicher Intelligenz entsteht eine neue Dynamik im Markt. Gleichzeitig sind digitale ID-Lösungen auch 2026 entscheidend, um Werbekampagnen erfolgreich übergreifend zu steuern. Das sind die zentralen Erkenntnisse aus dem Trendmonitor 2026, den Die Mediaagenturen im BVDW zusammen mit Die Mediaagenturen e. V. auf der DMEXCO präsentieren.
Digitaler Werbemarkt erreicht neues Nachfrage-Hoch
Die Grundstimmung im Werbemarkt ist so positiv wie seit Jahren nicht mehr. 70 Prozent der Mediaagenturen sehen eine „starke“ Nachfrage nach digitaler Werbung. Im Vergleich zum Vorjahr (40 Prozent) hat sich der Anteil nahezu verdoppelt. Zwei Drittel der Agenturen (66 Prozent) halten die Nachfragesituation im Verhältnis zur Mediennutzung für angemessen. Für 2027 erwarten sie ein Wachstum von acht Prozent im gesamten digitalen Werbemarkt.
„Digitale Werbung bildet mittlerweile das Fundament für den gesamten deutschen Werbemarkt. Das zeigen Nachfrage- und Umsatzwachstum im Trendmonitor eindrucksvoll. Doch das ist noch nicht alles. Künstliche Intelligenz eröffnet den Agenturen völlig neue Potentiale für wirkungsvolle Kampagnen“, ordnet Ulrich Kramer (pilot Agenturgruppe), Sprecher der Mediaagenturen im BVDW, ein.
Video bleibt König
Video bleibt laut den Agenturvertreter*innen auch weiterhin das Medium mit der höchsten Bedeutung, rutscht aber mit Blick auf die zukünftige Relevanz in drei bis fünf Jahren auf Platz drei. Zudem denken mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent), dass die steigende Verfügbarkeit von digitalem Video-Inventar künftig zu mehr Angebotsvielfalt im Markt führen wird. Eine der größten Herausforderungen sehen sie entsprechend darin, Daten, Reichweiten sowie Wirkung über unterschiedliche Kanäle hinweg zusammenzuführen und vergleichbar zu machen (69 Prozent).
KI eröffnet neue Wachstumsfelder
Die Ergebnisse des Trendmonitors zeigen auch den wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Werbemarkt. KI-Werbung (94 Prozent) und GEO/SEO (88 Prozent) werden nach Schätzungen der Mediaagenturen in den nächsten fünf Jahren immer bedeutender. Klassische Suchmaschinenwerbung (39 Prozent) rückt immer stärker in den Hintergrund.
Kooperationen können Plattform-Einfluss entgegenwirken
Neben dem technologischen Fortschritt beschäftigt einen Großteil der Mediaagenturen (82 Prozent) auch die Dominanz einzelner Anbieter. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) erwarten, dass deren Marktanteile in den kommenden Jahren weiterwachsen werden.
Gleichzeitig hat sich das Verständnis für den Wirtschaftsfaktor Werbung zur Finanzierung der Medienvielfalt aus Sicht der Agenturen in Politik und Gesellschaft wieder verschlechtert.
„Damit lokale und europäische Anbieter im internationalen Werbemarkt Schritt halten können, sollten sie ihre Kräfte zukünftig stärker bündeln. Kooperationen sind wichtige Hebel, um wettbewerbsfähige, attraktive und reichweitengenerierende Inhalte finanzieren zu können“, sagt Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer von Die Mediaagenturen e. V.
ID-Lösungen sollen Kampagnensteuerung vereinheitlichen
Fast alle Agenturen (92 Prozent) sehen einheitliche Ansätze bei der Datennutzung als erfolgskritisch, um Marketingaktivitäten über den gesamten Funnel hinweg besser steuerbar zu machen. Im Fokus stehen hier auch 2026 weiterhin Identifier-Lösungen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) gehen davon aus, dass sich digitale IDs als Instrument der Kampagnensteuerung etablieren werden.
Mediaagenturen sehen sich als strategische Business-Navigatoren
Mit steigendem Einfluss von Künstlicher Intelligenz wandelt sich auch das Rollenverständnis der Mediaagenturen selbst. Der Fokus verschiebt sich weg von klassischen operativen Leistungen, hin zu strategischer Beratung. Bei fast zwei Dritteln der Befragten (63 Prozent) ist KI bereits fest im Arbeitsalltag verankert und automatisiert manuelle und wiederkehrende Aufgaben. KI-Kompetenzen werden bei 90 Prozent schon heute als selbstverständlich vorausgesetzt, sodass Agenturen künftig insbesondere durch Kreativität, nachweisbare Wirkung sowie Beratungsqualität bei ihren Kunden punkten werden.
