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Maßnahmenpaket beschlossen: BVDW stärkt Frauen in der Digitalen Wirtschaft

Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung

Auf ihrer heutigen Versammlung haben die Mitglieder des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. eine Änderung der Verbandssatzung beschlossen, um sich noch stärker für eine höhere Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalen Wirtschaft einzusetzen und den BVDW als Plattform für weibliche Digitalexperten attraktiver zu gestalten. Erste konkrete Maßnahmen wurden bereits am Abend der Mitgliederversammlung vorgestellt. Beim anschließenden Netzpolitischen Abend hielt Digitalministerin Dorothee Bär ein Plädoyer für den Erhalt der Werte im Zeitalter der Digitalisierung und lobte den Vorstoß des BVDW für ein ausgeglicheneres Verhältnis von Frauen und Männern in der Digitalbranche.

Der BVDW hat den geringen Frauenanteil in Vorsitzfunktionen und auf Panels sowie weiteren Veranstaltungen registriert und schürt ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um das Verhältnis ausgeglichener zu gestalten. „Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, betont BVDW-Vizepräsidentin Frederike Probert. „Das Missverhältnis ist offensichtlich und wir setzen uns dafür ein, dem entgegenzuwirken. Ich freue mich sehr über die breite Zustimmung und Unterstützung der Mitglieder.“ Die Mitglieder haben dem entsprechenden Antrag auf Änderung der Satzung bei der Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Ziel sei es, so Vizepräsidentin Probert, diese Identität auf konkreten Maßnahmen fußend in den wichtigsten Verbandsprozessen zu etablieren. „Wir sprechen hier von einem Vorhaben, das praktisch alle repräsentativen BVDW-Ebenen betrifft.“ Vier Maßnahmen präsentierte das BVDW-Präsidium noch auf der Mitgliederversammlung:

  • Erstens: Der Anteil von Referentinnen bei BVDW-Events soll mindestens ein Drittel betragen.
  • Zweitens: Der Verband baut einen Dozentinnenpool auf und fordert Frauen aktiv auf, sich dort zu registrieren.
  • Drittens: Alle Gremienvorsitze des BVDW müssen jeweils mindestens mit einer Frau besetzt sein. Nur wenn sich innerhalb von vier Wochen trotz Suche keine weibliche Kandidatin finden sollte, ist die Wahl dennoch abzuhalten, um die Handlungsfähigkeit der Gremien zu erhalten.
  • Viertens: Der BVDW plant Kooperationen mit Frauen-Netzwerken, die in diesem Bereich über viel Erfahrung und Kompetenz verfügen.

BVDW-Vizepräsident Stephan Noller (ubirch) betont den Mehrwert der Initiative für den BVDW: „In der Digitalbranche und vor allem in unserem Verband haben wir derart herausragende Frauen, zu denen zahlreiche Pioniere der digitalen Transformation zählen.“ Das aktuelle Verhältnis von Männern und Frauen in repräsentativen Funktionen gebe das leider nicht im Ansatz wieder, so Noller. „Wenn wir es nicht schaffen, das grundlegend zu ändern, verschenken wir ein riesiges Potential. Wir werden den BVDW als Plattform besonders für Frauen attraktiver gestalten, um dieses Potenzial noch viel stärker auszuschöpfen. Deshalb gehen wir als Präsidium des BVDW mit der breiten Rückendeckung unserer Mitglieder dieses Thema mit höchster Priorität an.“

Netzpolitischer Abend: Dorothee Bär lobt BVDW-Initiative

Beim an die Mitgliederversammlung des BVDW anschließenden Netzpolitischen Abend im Soho Haus in Berlin betont Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, in ihrer Keynote die Relevanz von Werten im digitalen Zeitalter und mahnt an: „Die Digitalisierung mag oft den Eindruck erwecken, dass der Mensch in den Hintergrund rückt – aber das Gegenteil ist der Fall. Wir stehen vor der Herausforderung, unsere europäischen Werte in der digitalen Welt zu bewahren und sie zu unserer Stärke einzusetzen statt als Ballast.“ Im Zuge dessen lobt die Digitalministerin die aktive Frauenförderung des BVDW: „Digitale Transformation kann nur erfolgreich sein, wenn wir alle Potentiale für Innovation nutzen. Ich freue mich daher besonders, dass der BVDW das Thema Frauenförderung in der Satzung verankert hat – das ist ein gutes Zeichen."

13.06.2018 / Tim Sausen / Pressesprecher Wirtschaft und Politik
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