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Gute Bots und böse Bots: Wie sie E-Commerce und digitales Marketing beeinflussen

Berlin, 5. November 2018 - Im E-Commerce findet derzeit ein Katz-und-Maus-Spiel statt: „Gute“ Bots bringen den Unternehmen mehr Umsatz, „böse“ Bots können den Umsatz auch bedrohen. Die Fokusgruppe Digital Marketing Quality im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. erklärt die Unterschiede in einem neuen Papier.

 „Wenn man in ‚gute‘ Bots und ‚böse‘ Bots unterteilen möchte, so kann man sagen, dass gute Bots Dienste für ihre Betreiber unternehmen und so zum Beispiel Zeit bei der Recherche sparen, zum Beispiel Preis- oder Flugsuchmaschinen. Sie ziehen sich öffentlich zugängliche Informationen aus Websites heraus und sammeln diese. Um die Werbeindustrie nicht zu schädigen und um in den Website-Analyseprogrammen die Statistiken nicht zu verfälschen, geben sich die gutartigen Bots zu erkennen. Böse Bots sind Programme, die zum Beispiel Schadsoftware ohne Wissen und Zustimmung des Nutzers installieren oder den Traffic einer Website so manipulieren, dass dadurch der Werbeindustrie Schaden zugeführt wird“, erklärt Philipp von Hilgers (Meetrics), Stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW. Einige Beispiele dazu sind im neuen Whitepaper der Fokusgruppe Digital Marketing Quality erläutert. 

Andreas Hamdorf (pilot Hamburg), ebenfalls Stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW: „Im Bereich Werbung beispielsweise werden bösartige Bots eingesetzt, um Werbekontakte oder Klicks zu simulieren, die gar nicht real sind. Werbeflächen können von nahezu jedem Webseitenbetreiber zur Verfügung gestellt werden. Hierfür werden die Seiten Werbeflächenvermarktern angeboten oder bei automatisierten  Vermarktungsplattformen angemeldet.“

Aber nicht jede Website erzeugt ausreichend Traffic, damit durch die Werbeflächen Geld verdient werden kann. Will ein Webseitenbetreiber künstlich den Traffic auf der Seite und die Klicks auf die Werbemittel erhöhen, so programmiert oder beauftragt er einen Bot, der diese Seiten künstlich ‚besucht‘ und dabei auch ab und an einen Klick auf ein Werbemittel auslöst. Damit der Bot-Anteil der Werbekontakte und Klicks von den Analysetools der Werbekunden nicht anhand der offiziellen IAB-Bot-Liste* rausgefiltert werden kann, gibt sich der Bot nicht zu erkennen und ahmt zum Beispiel menschliches Verhalten nach. „Am Ende wird dem buchenden Werbekunden eine Rechnung über die Werbekontakte gestellt, die jedoch zum Großteil nicht von Menschen erzeugt wurden. Er bezahlt also zu viel Geld“, so Hamdorf.

Um solche bösartigen Bots zu erkennen, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Systeme programmiert, die zum Beispiel nach typischen Mustern suchen. Hamdorf: „Da die bösartigen Bots immer raffinierter werden und das Verhalten von Menschen zum Teil sehr gut nachahmen können, findet ein regelrechter Wettlauf zwischen den Entwicklern dieser Bots und den Entwicklern der Tools statt, die gegen Bots schützen sollen.”

Philipp von Hilgers: „Auch für die Markt- und Meinungsforschung im politischen Bereich kann die Entwicklung von bösartigen Bots fatale Folgen haben. Wenn man sich nicht mehr sicher sein kann, ob der Website-Traffic von Menschen oder von Bots stammt, wird es schwieriger, ein realistisches Meinungsbild zu erhalten.“

* https://www.iab.com/guidelines/iab-abc-international-spiders-bots-list/

05.11.2018 / Daniel Borchers / Pressesprecher Marketing und Handel
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