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BVDW zur KI-Strategie der Regierung: Prioritäten müssen auf Datenverfügbarkeit, Ordnungsrahmen und Transfer in die Wirtschaft liegen

Stephan Noller

Berlin, 9. Oktober 2018 – Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat das KI-Eckpunktepapier der Bundesregierung vom 18. Juli in einer Stellungnahme kommentiert. Die Experten des Digitalverbands empfehlen der Regierung, beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) die Prioritäten auf Datenverfügbarkeit zu legen, auf die Gewährleistung von Rechtssicherheit sowie auf den Know-how-Transfer von der Forschung in die Wirtschaft.

Mit den im Sommer veröffentlichen zwölf prioritären Eckpunkten für eine Strategie Künstliche Intelligenz gab die Bundesregierung einen ersten Eindruck von ihren geplanten Maßnahmen. Demnach soll Deutschland zum „weltweit führenden Standort für KI werden“. BVDW-Vizepräsident Stephan Noller (ubirch) lobte die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz auf höchster politischer Ebene: „Mit diesen Eckpunkten lässt die Bundesregierung keinen Zweifel daran, dass sie die Tragweite dieser Entwicklung und die Relevanz für den Technologiestandort Deutschland erkannt hat. Das war längst überfällig.“ Schließlich sagen bereits jetzt 78 Prozent der Unternehmen der Digitalen Wirtschaft aus, dass KI jetzt schon eine wichtige Rolle spielt*. Nun hat der BVDW eine 30-seitige Stellungnahme erarbeitet, die das Eckpunktepapier der Bundesregierung ausführlich kommentiert und dabei drei Prioritäten setzt, damit die gemeinsamen Ziele von Regierung und Wirtschaft schneller erreicht werden. Der Digitalverband empfiehlt der Bundesregierung, die Prioritäten auf die Themen umfassende Datenverfügbarkeit, fairer Ordnungsrahmen und Know-how-Transfer von Forschung in die Wirtschaft zu legen.

Daten müssen nutzbar gemacht werden

 „Daten sind die Essenz der Digitalisierung und die Grundlage einer funktionierenden Digitalen Wirtschaft“, so Stephan Noller. „Neue Algorithmen- und Auswertungsmöglichkeiten sind Grundlage für neue Geschäftsmodelle im Bereich Künstliche Intelligenz.“ Ziel muss es sein, faire Marktbedingungen unter Gewährleistung von Daten- und Verbraucherschutz zu entwickeln, so dass Unternehmen der Digitalwirtschaft zum Wohle der gesamten Gesellschaft erfolgreich an KI-Projekten arbeiten können, beispielsweise in den Bereichen Mobilität oder Gesundheit. Zu den Maßnahmen, die der BVDW vorschlägt, gehört unter anderem die Prüfung der Möglichkeit von gegenseitigen Datenpartnerschaften zwischen Unternehmen.

Der Rechtsrahmen muss gewährleistet sein

„In der Vergangenheit hatten die Überprüfungen von Rechtsrahmen oft dazu geführt, dass erweiterte, bürokratische Prozesse geschaffen anstatt abgebaut wurden, und man fast von einer Überregulierung sprechen konnte“, sagt BVDW-Geschäftsführer Marco Junk. Angesichts der Komplexität von KI-Anwendungen sollten etwaige Überprüfungen mit der angebrachten Sensibilität für Überregulierung diskutiert werden.

Forschungstransfer

Neben der universitären und institutionellen Forschung kommt im Bereich der KI auch der industriellen Forschung große Bedeutung zu, insbesondere beim Transfer von Know-how in die Wirtschaft. Der Technologietransfer bei KI muss effektiver und breiter angelegt werden. „Es gilt, Maßnahmen zu fördern, die die Erforschung und den Einsatz von KI in den Unternehmen ermöglichen und voranbringen“, so Marco Junk. Der BVDW fordert unter anderem die Auflegung spezieller Programme für den befristeten Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie, um die Vernetzung der Innovatoren mit der Bedarfsseite zu verbessern.

Die vollständige Stellungnahme des BVDW ist hier abrufbar.

https://www.bvdw.org/presse/detail/artikel/bvdw-studie-zur-dmexco-digitalbranche-rechnet-mit-22-prozent-umsatzwachstum-durch-kuenstliche-intell/  

09.10.2018 / Daniel Borchers / Pressesprecher Marketing und Handel
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