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BVDW zur D21-Sonderstudie „Schule Digital“: „Technische Infrastruktur allein reicht nicht“

Einen Tag vor dem Start des IT-Gipfels (16.-17. November in Saarbrücken) veröffentlicht die Initiative D21 e.V. in Berlin die Ergebnisse ihrer Sonderstudie „Schule Digital – Lehrwelt, Lernwelt, Lebenswelt: Digitale Bildung im Dreieck SchülerInnen-Eltern-Lehrkräfte“. Ein alarmierendes Ergebnis: Die große Mehrheit der Lehrer (62 Prozent) zählt die eigenen mangelnden Digitalkompetenzen zu den größten Hürden für die Umsetzung digitaler Bildung in Schulen. Hier sieht der BVDW dringenden Handlungsbedarf, um den Prozess der digitalen Transformation auf dem Fundament entsprechender Bildung erfolgreich gestalten zu können.

 

Für eine erfolgreiche digitale Bildung müssen die technischen Voraussetzungen gegeben sein. Dazu begrüßte der BVDW im Oktober das Vorhaben der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, 40.000 Schulen in Deutschland mit WLAN und Computern auszustatten. Die heute veröffentlichte Sonderstudie der Initiative D21 zeigt jedoch deutlich, dass technische Infrastruktur allein nicht ausreicht. BVDW-Präsident Matthias Wahl fordert daher einen ganzheitlichen Ansatz: „Die Studie legt offen, dass Lehrkräfte im Prozess der digitalen Transformation der Flaschenhals sein können. Natürlich ist die stetige Verbesserung der technischen Ausstattung ein wichtiger Faktor. Aber die Wirkung dieser Maßnahmen verpufft, wenn unseren Lehrern die digitalen Kompetenzen fehlen, um digitale Bildung in Schulen erfolgreich zu vermitteln.“ 

Dass Lehrer ihre digitalen Kompetenzen überwiegend als unzureichend einschätzen, kommt nicht von ungefähr: Jeder Zweite (49 Prozent) gibt an, innerhalb der letzten zwölf Monate keine Weiterbildung zum Einsatz oder zur Thematisierung digitaler Medien wahrgenommen zu haben. Dabei sind fast drei Viertel der Lehrer (72 Prozent) der Überzeugung, dass digitale Medien heutzutage grundlegender Bestandteil aller Schulfächer sein müssten. „Die Lehrkräfte in Deutschland haben die Relevanz digitaler Medien zweifelsohne erkannt und wünschen sich überwiegend die vollständige Integration in den Schulalltag. Sich selbst sehen sie aber nicht in der Lage, diesen Wandel zu vermitteln“, konstatiert Matthias Wahl. „Von Seiten der Wirtschaft gibt es eine Fülle von Initiativen zur Förderung der digitalen Bildung. Diese ohne falsche Zurückhaltung zu nutzen, ist aber auch Aufgabe der Schulen und damit der Bundesländer – die Zeit drängt!“

Arbeiten 4.0 beim IT-Gipfel in Saarbrücken

Der BVDW begrüßt, dass der diesjährige IT-Gipfel die Themen Digitale Arbeitswelt und Digitale Bildung zu einem der Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz in Saarbrücken gemacht hat. Die befördert die wichtige gesellschaftliche Debatte um digitale Kompetenzen, Bildung und die Arbeitswelt der Zukunft. Dass diese Themen prominent unter der Leitung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles behandelt werden, zeigt die richtige Priorisierung dieser Zukunftsthemen durch Wirtschaft und Bundesregierung.

15.11.2016 / Tim Sausen / Pressesprecher Wirtschaft und Politik
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