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BVDW zu KI-Strategie der Bundesregierung: Gut, angenehm pragmatisch und teilweise sogar überraschend mutig

BVDW-Vizepräsident Stephan Noller: "ein pragmatischer und praxisorientierter Ansatz ist alternativlos"

Bei der seit gestern laufenden Kabinettsklausur hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) die im Sommer angekündigte Strategie für Künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) lobt den umsetzungsorientierten Ansatz sowie wichtige Impulse in Hinblick auf Datenverfügbarkeit, mahnt aber auch weitere mutige Schritte in der gleichen Richtung an. Die Bundesregierung hat angekündigt, die KI-Strategie nach Abschluss der Kabinettsklausur unter www.digital-made-in.de zu veröffentlichen.

BVDW-Vizepräsident Stephan Noller, im Digitalverband unter anderem zuständig für das Themenfeld KI, sagt: „Drei Milliarden sind nicht schlecht – wenn es diesmal auch gelingt, diese zügig in konkrete Maßnahmen zu investieren. Vor allem aber unterstreicht die Summe auch den politischen Willen, in Deutschland die Bedingungen für KI als Basisinnovation zu schaffen.“ Auch inhaltlich bewertet der BVDW die nun veröffentlichte KI-Strategie der Bundesregierung überwiegend positiv: „Viele für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft und Wirtschaft essenziellen Themen werden hier aufgegriffen und umsetzungsorientiert vorangetrieben. Der in der KI-Strategie festgelegte Grundsatz, die Verfügbarkeit und den Austausch von Daten zu fördern und das bestehende Kartellrecht dahingehend zu prüfen, ist vollkommen richtig. Daten sind für KI-Anwendungen genauso wichtig wie Geld. Auch die durch den BVDW vorgeschlagene und nun in der Strategie enthaltene Unterstützung von Datenpartnerschaften zwischen Unternehmen ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. In dieser Hinsicht ist der Bundesregierung mit dieser KI-Strategie ein wichtiger Schritt gelungen.“

In Bezug auf Erkenntnisse zu technologischen Entwicklungen und den daraus resultierenden Konsequenzen sei Deutschland seit jeher stark, so Noller. „Die Gefahr liegt hier vor allem darin, die Technologie jetzt nicht mutig zu umarmen, sondern nur als Optimierungs-Tool für bestehende Geschäftsmodelle zu nutzen. Ein pragmatischer und praxisorientierter Ansatz ist alternativlos, wenn wir – wie von der Bundesregierung als Anspruch formuliert – eine global führende Rolle im Bereich KI einnehmen wollen. Dazu sind die in der Strategie angekündigten Kompetenzzentren für KI-Forschung inklusive der mindestens 100 zusätzlichen Professuren ein wichtiger und richtiger Impuls. Besonders erfreulich erscheint es uns, dass die Bundesregierung auch wagt, heiße Eisen anzufassen, wie etwa den Einsatz von KI in der Personalauswahl oder der personalisierten Medizin. Denn man muss auch und gerade die disruptiven Möglichkeiten dieser fundamentalen Technologie gestalten, wenn man ihr Potential heben will. Mit ähnlichem Schwung sollten aber noch weitere Initiativen erfolgen, zum Beispiel mit Blick auf Gesundheitsdaten. Dabei sollten wir uns auch darauf einstellen, dass bestehende rechtliche Einschränkungen beispielsweise im Datenschutz zur Diskussion gestellt werden müssen.“

Dazu passend:

BVDW zur KI-Strategie der Regierung: Prioritäten müssen auf Datenverfügbarkeit, Ordnungsrahmen und Transfer in die Wirtschaft liegen (BVDW-Pressemitteilung vom 9.10.2018)
BVDW-Studie zur DMEXCO: Digitalbranche rechnet mit 22 Prozent Umsatzwachstum durch Künstliche Intelligenz (BVDW-Pressemitteilung vom 12.9.2018)
„Tragweite der Entwicklung erkannt“ – BVDW lobt KI-Ansätze der Bundesregierung (BVDW-Pressemitteilung vom 19.7.2018)

15.11.2018 / Tim Sausen / Pressesprecher Wirtschaft und Politik
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