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BVDW-Vizepräsident Stephan Noller: „Deutsche Industrie ist digitaler als ihr Ruf“

(v.l.n.r.) Brigitte Zypries, Stephan Noller, Gesche Joost

Berlin, 24. Oktober 2017 – Der auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. im Juni neu gewählte Vizepräsident Stephan Noller treibt als Themenpate für Industrial Internet of Things (IIoT) im Digitalverband vor allem die Industriethemen. Dabei bewertet er die Digitalfähigkeit der in Deutschland ansässigen Industrie als positiv und ist zuversichtlich, dass daraus ein „Vorzeigemarkt für die digitale Transformation“ werden wird. Bei einem persönlichen Treffen mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries erörtert er Herausforderungen und Perspektiven des Industriestandorts Deutschland.

Als führende Industrienation in Europa wird Deutschland durch einen der weltweit stärksten Mittelstandssektoren getragen. Im Bereich Digitalisierung wird dem Mittelstand jedoch großer Nachholbedarf attestiert. So zeigt eine in 2016 am Beispiel Handel durchgeführte BVDW-Studie deutlich, dass viele deutsche Unternehmen schlecht gerüstet sind für die Herausforderungen der Digitalisierung. Dennoch ist BVDW-Vizepräsident Stephan Noller optimistisch: „Unserer Mentalität entsprechend halten wir hierzulande eher an Bewährtem fest als neue Wege einzuschlagen und Wagnisse einzugehen – das bremst uns nicht selten ein. Zum einen muss das nicht immer schlecht sein: Deutschland hat sich so den Ruf erarbeitet, beste Qualität zu liefern.“ Zum anderen treffe das bei weitem nicht immer zu, betont Noller. Ein großer Teil der Industrie sei hoch innovativ. „Immer mehr Mittelständler erkennen die sich durch die voranschreitende Digitalisierung bedingten Veränderungen und entwickeln Kompetenzen, damit umzugehen.“

„Sinnbildlich für die Potenziale der Digitalen Transformation“

Anfang dieser Woche besuchte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries den alteingesessenen Mittelständler Schleicher Electronic, der in Berlin seit Jahrzehnten elektronische Industriekomponenten und inzwischen auch Calliope Mini produziert. Die Zusammenarbeit mit Schleicher Electronic stehe laut Noller sinnbildlich für die Potenziale der Digitalen Transformation für den Mittelstand. „Hier bringen wir als Start-up die Ideen, Visionen und den Technologieansatz mit ein, die Schleicher Electronic als etablierter Mittelständler mit seiner Erfahrung und der technischen Infrastruktur in der Produktion umsetzen kann“, sagt Noller.

Calliope Mini – ein im vergangenen Jahr von Stephan Noller und weiteren Mitstreitern gegründetes und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Start-up – soll bereits Grundschülern auf einfache und spielerische Art und Weise die Methodik des Programmierens näherbringen. „Im Grunde ist das ein Ansatz, wie wir als Wirtschaft die Gesellschaft an die Herausforderungen einer digitalen Welt heranführen können“, erklärt Noller. Im Gespräch mit dem BVDW-Vizepräsidenten erklärt Brigitte Zypries: „Die Digitalisierung verändert unsere Arbeits- und Lebenswelt grundlegend. Wir brauchen daher eine digitale Bildungsoffensive, die das Lernen im gesamten Lebensverlauf umfasst. Dies war für uns ein wichtiger Grund, weshalb wir die Entwicklung des Calliope mini gefördert haben. Die Zusammenarbeit des mittelständischen Unternehmens Schleicher Electronic und des Bildungs-Start-Ups Calliope zeigt, dass Digitalisierung Made in Germany innovativ und erfolgreich sein kann.“

24.10.2017 / Tim Sausen / Pressesprecher Wirtschaft und Politik
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