Data Science: warum Programmatic Advertising- Spezialisten den Nachwuchs ausbilden sollten

Die fortschreitende Digitalisierung bringt neue Berufsbilder in allen Bereichen hervor. Dass der Bedarf nach IT-Spezialisten und vorrangig Data Scientists groß ist, zeigt die aktuelle Bitkom-Studie. Demnach sind 2018 viermal so viele Stellen in diesem Bereich geschaffen worden, als noch im Vorjahr. 14% der deutschen Unternehmen, die hundert oder mehr Mitarbeiter haben, rekrutieren verstärkt Datenspezialisten. Um diesen Bedarf abzudecken, muss gewährleistet sein, dass junge Nachwuchstalente entsprechend ausgebildet und gefördert werden, um den Anforderungen der vielseitigen Tätigkeiten gewachsen zu sein. Das Tätigkeitsfeld programmatischer Spezialisten ist komplex und lässt sich durch ein klassisches Ausbildungskonzept nicht vermittelt - so wie Werbekunden nicht adäquat mit Schubladenkonzepten die besten Kampagnen geliefert werden können. Der Markt für digitale Werbung hat zwar eine gewisse Reife erreicht, hohe Dynamik bleibt jedoch weiter bestehen und neue Bereiche, wie etwa das Addressable TV, das noch in den Kinderschuhen steckt, werden zukünftig erschlossen.

Der Job verlangt neben Expertise und einem hohen Maß an Motivation, eine Reihe persönlicher Skills, die man mitbringen muss. Ein Trainee-Programm ist der beste Ansatz, diese aus der Praxis heraus weiterzuentwickeln. Agenturen haben hier die Aufgabe, die richtigen Persönlichkeiten für sich zu begeistern. Dabei sind die Anforderungen durchaus hoch zu setzen, da mittlerweile komplette Mediapläne programmatisch aus einer Hand abgebildet werden können, was eine große Verantwortung mit sich bringt, der sich auch Trainees frühzeitig stellen sollten. Denn trotz aller Automatisierung wird der Bedarf an qualifizierten Spezialisten weiter steigen. Kandidaten sollten analytisch stark und zahlenaffin sein, aber auch ein Verständnis für Marketing-Anforderungen bis hin zur Wirkung einer Kreation mitbringen - ein anspruchsvolles Profil, das unter anderem bei Wirtschaftsingenieuren oder Mathematikern mit Praxiserfahrung in der produzierenden Industrie zu finden ist. Quereinsteiger, die sich traditionell stärker in der Media-Branche finden, tun sich hier inzwischen eher schwer. Grundsätzlich sind aber neben dem fachlichen Verständnis und der technischen Affinität bestimmte Charaktereigenschaften hilfreich: die Fähigkeit, Probleme ganzheitlich zu betrachten sowie eigenständig Lösungen zu erarbeiten und voran zu treiben. Nur so werden Nachwuchstalente dem dynamischen Markt und zunehmend anspruchsvolleren und skeptischeren Werbetreibenden gerecht.

Mit einem hochspezialisierten Studium im Bereich Data Science in den Beruf zu starten, ergibt Sinn, wenn man ausdrücklich in einer sehr arbeitsteiligen (Agentur-)Organisation arbeiten möchte. Ein schnelles Lernen über den “Tellerrand” hinaus verspricht ein Einstieg bei einem programmatischen Spezialisten: in einem innovativen, lösungsorientierten Umfeld von Branchen-Pionieren zu lernen, kann ein größeres Maß an Eigeninitiative freisetzen, die jeweils beste Lösung für den Werbetreibenden zu finden. Universitäts-Absolventen, die sich für ein Trainee in dem Bereich interessieren, schauen hier am Besten auf die Unternehmens-“DNA” und die Einzigartigkeit der angebotenen (Marketing-)Lösungen, was sich beispielsweise an Patentanmeldungen festmachen lässt. Ebenso ist es sinnvoll darauf zu schauen, welche Erfolge die “Ausbilder” im Unternehmen selbst vorzuweisen haben, in welche fachlichen (auch externen) Trainingsmaßnahmen investiert wird, und ob man ermuntert wird, bestehende Marktmechanismen zu hinterfragen, um in einem gemeinsamen “Sparring” mit den Kunden neue, bessere Wege zu finden. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen im Vorfeld eines Jobinterviews ist zudem ein gutes Signal an die potentiellen Ausbilder, dass der richtige Nachwuchs- Spezialist schon mit am (Interview-)Tisch sitzen könnte.