06. März 2017

BVDW warnt nach EU-Digitalisierungsindex: „Deutschland verliert Anschluss an internationale Standards“

Düsseldorf, 6. März 2017 – Der am 3. März 2017 veröffentlichte EU-Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) sieht Deutschland EU-weit nur auf Platz elf – und büßt gegenüber dem Vorjahr sogar zwei Plätze ein. In keiner einzigen Kategorie kommt die Bundesrepublik in die Nähe der Spitzenzone. Zum Teil steht Deutschland sogar unterdurchschnittlich da. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. warnt vor langfristigen Folgen dieser Entwicklung.

„Unser Land verschläft den digitalen Wandel“, beklagt Matthias Wahl, Präsident des BVDW. „Dabei ist die Digitalisierung das zentrale Zukunftsthema. Sie entscheidet über wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und darüber, wo in Europa Arbeitsplätze entstehen.“

Zur jährlichen Indexerstellung untersucht die EU-Kommission den Stand der Digitalisierung in fünf Dimensionen: Verfügbarkeit und Nutzung schneller Zugänge, allgemeiner Kenntnisstand, Internet-Nutzungsverhalten der Bevölkerung, Digitalisierung von Unternehmen und Verbreitung von eGovernment-Angeboten. Aus den fünf Einzelergebnissen wird ein Gesamtwert errechnet, der den digitalen Entwicklungsstand der EU-Länder vergleichbar macht.

Deutschland liegt mit einem Wert von 0,56 nur knapp über dem EU-Durchschnitt (0,52) und hat diesem im Vergleich zum Vorjahr sogar genähert. „Wir stehen auf einem Niveau mit Malta und Litauen, Österreich hat uns bereits abgehängt“, warnt Wahl. „Es kann doch nicht der Anspruch von Europas größter Volkswirtschaft sein, bei diesem wichtigen Thema irgendwo im Mittelfeld zu verschwinden. Wir werden mittelfristig nicht umher kommen, sämtliche digitalen Kompetenzen in einem zentralen Ministerium zu bündeln. Wir müssen die Gestaltungskompetenz an einer Stelle konzentrieren.“ 

Europäischer Spitzenreiter ist Dänemark mit einer Bewertung von 0,71. „Das ist unser Gradmesser, nicht der Durchschnitt“, so Wahl. Die leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr dürfe nicht über die wachsenden Probleme hinwegtäuschen. „Die EU-Kommission nennt Deutschland ausdrücklich als eines der Länder mit den geringsten Fortschritten. Das kann doch nicht sein – wir stehen in der Verantwortung, unser Land auf Dauer wettbewerbsfähig zu halten. Es wird Zeit, dass die dafür notwendigen Investitionen in Infrastruktur und Bildung endlich angegangen werden!“

Hochauflösendes Bildmaterial (Bildnachweis: BVDW): Porträt Matthias Wahl, Präsident des BVDW

 

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Über den BVDW
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ist die zentrale Interessenvertretung für Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle betreiben und im Bereich der digitalen Wertschöpfung tätig sind. Mit Mitgliedsunternehmen aus unterschiedlichsten Segmenten der Internetindustrie ist der BVDW interdisziplinär verankert und hat damit einen ganzheitlichen Blick auf die Themen der Digitalen Wirtschaft. Der BVDW hat es sich zur Aufgabe gemacht, Effizienz und Nutzen digitaler Angebote – Inhalte, Dienste und Technologien – transparent zu machen und so deren Einsatz in der Gesamtwirtschaft, Gesellschaft und Administration zu fördern. Außerdem ist der Verband kompetenter Ansprechpartner zu aktuellen Themen und Entwicklungen der Digitalbranche in Deutschland und liefert mit Zahlen, Daten und Fakten wichtige Orientierung zu einem der zentralen Zukunftsfelder der deutschen Wirtschaft. Im ständigen Dialog mit Politik, Öffentlichkeit und anderen, nationalen und internationalen Interessengruppen unterstützt der BVDW ergebnisorientiert, praxisnah und effektiv die dynamische Entwicklung der Branche. Fußend auf den Säulen Marktentwicklung, Marktaufklärung und Marktregulierung bündelt der BVDW führendes Digital-Know-how, um eine positive Entwicklung der führenden Wachstumsbranche der deutschen Wirtschaft nachhaltig mitzugestalten. Gleichzeitig sorgt der BVDW als Zentralorgan der Digitalen Wirtschaft mit Standards und verbindlichen Richtlinien für Branchenakteure für Markttransparenz und Angebotsgüte für die Nutzerseite und die Öffentlichkeit. Wir sind das Netz.


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