Storytelling, Sichtbarkeit und die Zukunft des TV

Veröffentlicht am: 14.06.2017

Bewegtbild – 2015 ein Hypethema, 2016 eine Frage des Erfolgsnachweises, 2017 ein in der Digitalwirtschaft fest etabliertes Format mit vielfältigen Spielweisen? Das zumindest berichteten die Teilnehmer der Bewegtbild-Konferenz des BVDW am 8. Juni. Die Veranstaltung im Kölner Cinenova gab den rund 250 Teilnehmern einen Einblick in die verschiedensten Aspekte der Gattung Bewegtbild. Ralph Caspers moderierte den Konferenztag mit drei Keynotes und Panel-Debatten sowie sechs praxisorientierten Impulsvorträgen, die sich neben Viewability auch mit dem Wandel des linearen TV, Storytelling in Zeiten kurzer Useraufmerksamkeit und Trends wie Virtual Reality und Influencer Marketing im Videoformat auseinandersetzten. 

Zum Auftakt der Konferenz begrüßten BVDW-Vizepräsident Marco Zingler und Marco Dohmen, Vorsitzender der Fokusgruppe Bewegtbild im BVDW, die rund 250 Teilnehmer. Dohmen: „Automatisierung lautet das Stichwort, wenn es um eine optimale Vermarktung von Video-Inhalten geht. Sie sorgt für Transparenz, hohe Qualitätsstandards und eine zielgerichtete Ansprache der Zuschauer. Nur so kann die Brücke zwischen Tradition und Moderne, zwischen linearem Fernsehen und dem neuen TV-Ökosystem geschaffen werden.“

Dohmen gab dann auch in der ersten Keynote einen Überblick über das neue TV-Ökosystem. Auf dem darauffolgenden Panel diskutierten Thomas Deissenberger (Sky Media), Hossein Houssaini (Havas), Oliver Knappmann (Zattoo), Hannes Mehring (CrowdTV) und Simon Rose (Improve Digital) die Transformation der hiesigen TV-Landschaft. TV, so sind sich die Experten einig, wird in fünf Jahren zu 50 Prozent gestreamt. Vom Konzept des Free TV werde die Branche sich verabschieden. 

Eine Vision von tatsächlich nutzerfreundlicher Videowerbung in Premium-Umfeldern gibt Nicolas Poppitz von Teads in seiner Keynote. Dass Nutzerfreundlichkeit und wahrgenommene Qualität der Werbung auch technologisch geprägt sind, bestätigte das nachfolgende Panel. Steffen Kai (OmnicomMediaGroup) vertrat als Kundenberater die Interessen der Werbungtreibenden auf dem Panel. Er forderte von den Publishern eine bessere Integration des VPAID-Standards. Sven Büttner (Media Impact), Andreas Heintze (Ströer Digital) und Sven Heller (Tagesspiegel Digital) stimmten dieser Notwendigkeit zu, wiesen aber auch auf technische Grenzen der Messbarkeit hin. Henning Strohschnieder (Meetrics) gab einen Ausblick in die Messverfahren der Zukunft.

Im dritten Themenslot fokussierten die Experten das Thema Storytelling. Oliver Rosenthal (Google) stellte zunächst die Frage, ob kurze Stories in unserer Aufmerksamkeits-Öknomie tatsächlich besser sind als lange. Die Teilnehmer des Storytelling-Panels präsentierten danach die Möglichkeiten und Herausforderungen digitaler Bewegtbild-Kreativität. Holger Schöpper (Ooyala), Tom Schwarz (SevenOne AdFactory), Dörte Spengler-Ahrens (Jung von Matt/SAGA), Christina Keller (Facebook) und Marc Nabinger (Google) besprachen verschiedenste Aspekte der Kreation, von der Videolänge über Markenwahrnehmung und Content-Overload bis hin zum neuen Format Micro-Video.

Den Abschluss der Konferenz bildeten vier Impulsvorträge zu Trends des Videomarkts. Jan Schlüter (Hashplay), Julia Wegeler (n-tv) und Krisitan Kerkhoff (Demodern) gaben Einblick in die Verzahnung von Virtual Reality und Video, Hannes Mehring (CrowdTV) sprach über Influencer-Marketing im Videobereich.

 
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