Partner der Mittelstandsallianz: Treffen mit Christian Lindner

Veröffentlicht am: 27.02.2017

Am 22. Februar trafen sich die Partner der Mittelstandsallianz in der Bundeszentrale des BVMW am Potsdamer Platz in Berlin mit Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, um gemeinsam die wichtigsten Themen für den Landtags- und Bundestagswahlkampf zu erörtern.

Mittelstandspräsident Ohoven wies eingangs auf die große Bedeutung der Digitalisierung für den deutschen Mittelstand hin und mahnte: „Das ordnungspolitische Korrektiv der FDP fehlt im deutschen Bundestag!“ Eine Mehrheit der befragten Unternehmer in der aktuellen Konjunkturumfrage des BVMW wünsche sich ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis. 

Digitalisierung flächendeckend ermöglichen

„Ohne eine digitale Infrastruktur und ein zuverlässiges Breitbandnetz ist in vielen „weißen Flecken“ Deutschlands  Digitalisierung schlichtweg nicht möglich“, hielt Marco Junk, Geschäftsführer des BVDW zu Beginn des Austausches fest. 

„Weitere Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Digitalisierung ist ein zeitgemäßes und ganzheitliches digitales Bildungskonzept. Dazu gehört nicht nur die flächendeckende Ausstattung mit Tablets an Schulen, sondern eine digitale, methodisch und didaktisch ausgewogene Vorgehensweise besonders auch in der Lehreraus- und Weiterbildung“, so Gerhard Wächter vom Partnerverband eato.

Common Deutschland wies darauf hin, dass viele Mittelständler zum Teil mit veralteten Hard- und Softwaresystemen arbeiten. Junge Mitarbeiter kennen diese Systeme oftmals nicht mehr. „Dies ist eine Facette des Fachkräftemangels mit der Unternehmen in der Praxis sehr häufig konfrontiert werden. “, so Heidi Schmidt, 1. Vorsitzende von Common Deutschland. 

Bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer und Mittelständler

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Frage wie Mittelständler und Gründer besser alternative Finanzierungskonzepte nutzen können. „Das rückläufige Gründungsgeschehen sollte ein Alarmzeichen für die Politik sein, hier etwas zu unternehmen, damit es wieder mehr  Gründungen in Deutschland gibt. Ohne Gründer stirbt das Unternehmertum aus“, stellte Dr. Bertram Dressel, Präsident des BVIZ fest. Seine Forderung nach einem Finanzierungsinstrument für die frühe Unternehmensphase bestätigte Lindner mit dem bereits im Gespräch befindlichen Vorschlag, ein "Gründer-BAFöG" einzuführen.

Wichtige Kriterien hierfür wären ebenso die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung unter Beibehaltung der Projektförderung. Mehr Venture Capital für risikoreiche Forschungen in Unternehmen und Rechtssicherheit bei der Nutzung innovativer Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding. Diese Forderungen diskutierten Frau Dr. Bronsema, Geschäftsführerin Bio Deutschland,  Herr Sieciechowicz, Vorstand des Deutschen Crowdsourcing Verbands und Frau Dr. Treffkorn, Geschäftsführerin, Verband Innovativer Unternehmen, mit Herrn Lindner, der diesen Forderungen zustimmt. 

Mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt

Im Bereich der arbeitsmarktpolitischen Themen forderte Herr Gosen vom Dachverband Deutsches Interim Management mehr Rechtssicherheit bei der Auftragsvergabe an Selbständige. „Es gibt nach wie vor eine anhaltende Verunsicherung bei vielen Unternehmen über die Modalitäten bei der Auftragsvergabe an Selbständige. Unternehmen und Selbständige brauchen Rechtssicherheit und transparente Verfahren, um schnell und effizient Aufträge an Selbständige vergeben zu können“, so Gosen.

Herr Kurt, Generalsekretär des BUV wies in diesem Kontext der Flexibilisierung der Arbeitswelt auf das große und nicht ausgeschöpfte Potenzial unternehmerischer Vielfalt durch Unternehmer mit Migrationshintergrund hin. Die Genehmigungsverfahren für Fachkräfte aus dem Ausland seien bürokratisch und zeitaufwändig. Dem Mittelstand fehlten auf der anderen Seite Fachkräfte. 

Mehr Wettbewerb durch Bürokratieabbau

Abschließend gab Frau Jüssen, Präsidiumsmitglied des BVBC ein einschlägiges Beispiel für bürokratische Hemmnisse aus dem Berufsfeld der selbständigen Bilanzbuchhalter und Controller. „Die mangelnde Befugniserweiterung für selbstständige Bilanzbuchhalter und Bilanzbuchhalterinnen führt dazu, dass sich der Fachkräftemangel in diesem Berufszweig weiter verschärft. Kleine und mittlere Unternehmen sollten bei der Beauftragung selbständiger Bilanzbuchhalter und Controller unbürokratisch mehr Rechtssicherheit bekommen. 

Herr Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse, ergänzte ein weiteres Beispiel aus der Recyclingbranche. „Extreme Regelungen, Verstaatlichung und Wettbewerbseinschränkungen führen dazu, dass dringend notwendige Zukunftsinvestitionen ausbleiben. Die Politik in Deutschland auf Bundes- Landes- und kommunaler Ebene sollte eine Rahmengesetzgebung ermöglichen, die der mittelständisch geprägten Recyclingbranche stärkt und sie nicht systematisch benachteiligt. Wir brauchen außerdem die Bereitschaft der öffentlichen Hand als Auftraggeber in allen Wirtschaftsbereichen von der Verwaltung bis hin zur Infrastruktur auf Recyclingprodukte zu setzen.“

 
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