Über den Arbeitskreis

Die Bereiche E-Content- und E-Service gehören zu den  stärksten  Wachstumsmärkten in Deutschland. Durch die enorme Zunahme von Breitbandanschlüssen und das wachsende Angebot an Online-Plattformen wird  das Internet immer attraktiver und es ergeben sich neue Möglichkeiten – u.a. für Entertainmentangebote wie ipTV.
Der Arbeitskreis beschäftigt sich sowohl mit der technischen Umsetzung, wie auch mit neuen Geschäftsmodellen im Bereich ipTV und interaktives Fernsehen.

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Quo vadis TV?

Gastkommentar von Sebastian Becker

Mancher Experte hat sich verwundert die Augen gerieben, als er vom Kaufpreis für Youtube gehört hat: 1,65 Mrd. US-Dollar, für was denn bitteschön? Auch in Cannes auf der MIPCOM, dem Branchentreffen der Fernsehmacher, war das die meistgestellte Frage. Dennoch war Patrick Walker, Leiter Kooperationen bei Google aus London, sehr ruhig. Er saß mit mir auf einem der Panels und beantwortete die Fragen gelassen. Zwar gestand er zu, dass Google bereits Fokusgruppen zu den Themen Pre- und Postroll Ads abhält und Deals mit den Musik-Labels abgeschlossen hat - ebenso wie Youtube - aber ansonsten wurde in erster Linie eine große Zahl an Nutzern gekauft.

Diese zu binden ist dann die schwierige Zukunftsaufgabe. Aber der Herausforderung sehen sich momentan die meisten Plattformanbieter gegenüber - egal ob Pay TV, Kabelnetzbetreiber, Telcos mit IPTV-Lösungen, Mobilfunkanbieter oder Web 2.0-Plattformen.

Nach dem Meistern des technischen Starts oder der Aufrüstung dieser Lösungen, die bei weitem noch nicht alle Anbieter abgeschlossen haben, müssen die Dienste ausgebaut werden. Und hier sollte man schon 'Best of Class' sein, um die Investitionen in Technik und Marketing wieder annähernd einzuspielen. Denn eine Video-on-Demand-Plattform, die es mit der Videothek um die Ecke nicht annähernd aufnehmen kann in Sachen Angebot, wird auch im Web keinen Erfolg haben. Und eine Seite für User Generated Content, die nicht über ein paar zehntausend Clips mäßig interessanten oder legalen Inhalts hinauskommt, wird es auch mit TV-Werbekampagnen schwer haben.

So geht also für die Macher die Suche nach den besten Lösungen weiter, von denen es einige gibt: zeec ist besser gemacht als Youtube, In2movies attraktiver als andere VoD-Angebote, und Brightcove wird unabhängige Videoinhalte besser an den Konsumenten bringen als normale Kabelnetze oder Streaming-Lösungen.

Dazu kommt dann noch die operative Best Practice: Warum hat Comcast in knapp drei Jahren über drei Milliarden VoD-Abrufe generiert, T-Online schafft aber derzeit nur 120.000 im Monat? Warum sind interaktive TV-Kampagnen so viel werbewirksamer als herkömmliche Spots? Und was bringen uns digitale Videorekorder, EPG und neue Kanäle denn wirklich - wenn sie gut gemacht sind?

Auf diese und andere Fragen wollen wir am 1. Dezember 2006 bei unserer Fachkonferenz 'TV Outlook 2007' in München Antworten finden. Wie in jedem Jahr erwarten wir ca. 200 Experten aus aller Welt, die auf den von uns moderierten Panels hochwertige Diskussionen über die Entwicklung der PVR und die Rolle des Time Shifting sowie der Tragfähigkeit und Zukunft von User Generated Content-Geschäftsmodellen, den neuen Werbeformen im interaktiven Fernsehen sowie Place Shifting führen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie unter www.thebrainbehind.com.

Denn auch wenn momentan noch ein Zuwachs von einem oder zwei Prozent etwa im klassischen Werbeaufkommen größer ist als die meisten Diversifikationserlöse: Auch für die deutschen TV-Sender wird das 'interaktive' Geschäft in naher Zukunft das Wachstum bringen, das am Ende über den schmalen Grat zwischen Gewinn und Verlust entscheidet. Werfen Sie also mit uns einen Blick in die TV-Welten von heute und morgen.